Steuerpolitik ist Gesellschaftspolitik und erfordert einen öffentlichen Dialog. Eine Steuertarifsenkung allein ist keine Steuerreform. Zur Erfüllung seiner Aufgaben (Sozialsystem, Gesundheitssystem, Schulwesen, kulturelle Aufgaben, öffentlicher Verkehr…) braucht der Staat (für uns) ausreichende Steuereinnahmen. Unsere Position wollen wir einbringen:
- Weitere soziale Spaltung soll vermieden bzw. verringert werden.
- Zur Gleichberechtigung der Frauen ist die Individualbesteuerung zu bevorzugen (keine Haushaltsbesteuerung, kein Familiensplitting).
- Die hohe Steuerbelastung des Faktors Arbeit soll verringert werden.
- Durch höhere Besteuerung von Vermögen/Kapital sollen mehr Finanzmittel für öffentliche Aufgaben/Güter zur Verfügung stehen.
- Devisentransaktionssteuer (Tobinsteuer) und Finanztransaktionssteuer sind Modelle, die einerseits einen Teil der Spekulationen verhindern und andererseits zusätzlich Steuereinnahmen bringen sollen. Jedoch sinnvoll auf EU-Ebene.
- Durch einheitliche Konzernbesteuerung in der EU könnte der Standortwettbewerb entschärft werden.
Von einer echten Steuerreform kann nur dann die Rede sein, wenn die Struktur des Steuersystems verändert wird. Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder schlägt eine radikale Vereinfachung des Lohn- und Einkommensteuersystems vor, inklusive der Einhebung der Sozialversicherungsbeiträge und sieht Einsparungen in Milliardenhöhe.